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Raue Winde

 

Das Gewitter am Handeck (Ausschnitt), Alexandre Calame (1839)

 

Als das Zeitalter der Feen sich dem Ende zuneigte, schien die ganze Natur der Seven Hills in einen tiefen Winterschlaf zu fallen. Die Bäume verloren ihr Laub, die Blumen verdorrten und ein eiskalter Nordwind wehte durch das Land und brachte Schnee und Eis. Jahre vergingen, doch Dunkelheit und Kälte blieben unverändert. Die Feen schienen fort zu sein und mit ihnen die einstige Blumen und Pflanzenpracht der Seven Hills. Doch wer ganz genau hinhörte, bemerkte hier und dort eine zarte Stimme in den kahlen Schluchten der Berge. Es war der klagende Gesang der Feenkönigin, den sie einsam umherwandernd in den Wind raunte:

 

 

                               

"Auf die Berge möcht' ich fliegen
Möchte sehn ein grünes Tal
Möcht' in Gras und Blumen liegen
Und mich freu'n am Sonnenstrahl.
Oh, wie ist es kalt geworden
Und so traurig öd und leer.
Raue Winde weh'n von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr.

Möchte hören die Schalmeien
Und der Herden Glockenklang.
Möchte freuen mich im Freien
An der Vögel süßem Sang.
Oh, wie ist es kalt geworden
Und so traurig öd und leer.
Raue Winde weh'n von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr.

Schöner Frühling komm doch wieder
Lieber Frühling komm doch bald.
Bring uns Blumen, Laub und Lieder
Schmücke wieder Feld und Wald.
Oh, wie ist es kalt geworden
Und so traurig öd und leer.
Raue Winde weh'n von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr."


                                        - Hoffmann von Fallersleben

 

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