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Orplid

 

Die Feen der Seven Hills leben nicht wie die Menschen jede für sich. Nein, ihr Leben ist gebunden an das einer Blume, eines Tieres oder eines Baumes. Deshalb kümmert sich jede der Feen liebevoll um das, womit sie verbunden ist, so wie es die Menschen mit ihrem Heim und Vieh tun. Wenn jedoch eine Blume verwelkt, ein Strauch verdorrt oder ein Tier stirbt, verliert die Fee ihre Aufgabe und verschwindet in wundersamer Weise, als wenn sie sich urplötzlich in Luft auflösen würde. In Wahrheit aber fliegt sie durch den unsichtbaren Weltenschleier, der die Welten von einender trennt. Hinter diesem magischen Schleier befindet sich blau und glitzernd das unendlich weite Urmeer.

 

La vague (Ausschnitt), Iwan Aiwasowski (1817 - 1900)

 

Über dieses hinwegfliegend singt eine Fee, die ihre Aufgabe verloren hat, ein magisches Lied. Gleich einer Zauberformel bringt dieses sie zur Trauminsel Orplid:

 

                               

"Du bist Orplid, mein Land
Das ferne leuchtet; Orplid!
Vom Meere dampfet dein besonnter Strand
Den Nebel, so der Götter Wange feuchtet.
Orplid!

Uralte Wasser steigen
Verjüngt um deine Hüften, Kind! Orplid.
Vor deiner Gottheit beugen
Sich Könige, die deine Wärter sind.
Orplid!"


                                        - Eduart Mörike

 

Geht die Insel Orplid nach einiger Zeit unter, zerfließt der Traum und für die Fee ist die Zeit gekommen wieder in die Welt der Menschen zurückzukehren und sich um eine neu gewachsene Pflanze oder ein neu geborenes Tier zu kümmern.

 

 

Doch dieses Lied birgt noch mehr Zauberkräfte in sich: Lauscht ein Mensch dieser betörenden Melodie, so wächst in ihm eine unaufhaltsame Sehnsucht nach der Insel Orplid, die schließlich so stark wird, dass dieser sich das Leben nimmt.
Und so kam es, dass die Fee "Weyla" viele Menschen mit ihrem Gesang ins Verderben stürzte. Sie wohnte auf einem der Berge, dessen Besonderheit es war, dass der Krater eines der ehemaligen Vulkane noch zu sehen war. An der steilen Felswand des Kraters hatten viele Greifvögel ihre Nester gebaut und Weyla war mit diesen Vögeln tief verbunden. Im Krater selber hatte sich ein selsamer See gebildet, der nicht mehr preisgab, was einmal dort hineingefallen war.
Angelockt von den Tieren des Waldes oder den Basaltsäulen der Berge traute sich ab und zu mal ein Jäger oder ein Steinmetz in den dichten Feenwald der Seven Hills. Doch spätestens, wenn der Eindringling Weylas Berg erreichte, war es um ihn geschehen. Denn die Fee Weyla kannte keine Gnade. Sah sie einen Menschen, der eine Falle stellte, einen Bogen spann oder Stein aus ihrem Felsen haute, begann sie sofort das magische Lied zu singen. Völlig verzaubert und seines klaren Verstandes beraubt, sprang der arme Mensch in tiefer Todessehnsucht in den See. Ob der See aber wirklich ein Tor zur Insel Orplid ist, weiß niemand.
Und auch wenn die Fee Weyla heute verschwunden ist, nisten die Vögel immer noch an jener Felswand und der Berg bekam den Namen "Weylaberg", woraus später "Weilberg" wurde.

 

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